Mittwoch, 30. Juli 2014

Mit dem Auto nach Jordanien

Sommerzeit, Ferienzeit. Zwischen Mai und August verschwinden viele Beschäftigte und Mitarbeiter der Lebenshilfe Leipzig in den Entspannungsurlaub. Uwe Gräfenhain dagegen, der in der Werkstatt der Lebenshilfe Leipzig arbeitet, zieht es zum Abenteuer. Als Teilnehmer der Allgäu-Orient-Rallye fuhr er im „Team Lebenshilfe – Alle inklusiv“ (hier bei Facebook) die halbe Welt mit dem Auto ab. Ergebnis:  Ein alter Ford Mondeo hält am meisten aus.
Im Interview erzählt Herr Gräfenhain von einem besonderen automobilen Abenteuer.

Uwe, worum geht es bei der Rallye?

Also, da darf ein Auto nur noch einen bestimmten Wert haben und wir fahren im normalen Straßenverkehrbereich vom Allgäu bis zum Orient. Bis Jordanien sind wir hochgefahren.

Wo genau im Allgäu ging es los?

In Oberstaufen. Am dritten fünften sind wir von Oberstaufen aus gestartet, 03.05.2014. Da haben sich alle Teams nach und nach angestellt und wir sind gestartet. Wir waren sechs Mann, in jedem Auto drei, die gefahren sind, wo wir noch alle drei Autos hatten, und drei, die daneben gesessen haben, einer in jedem Auto. Einer war ein Journalist, der hat die ganzen Fotos für uns gemacht.


War noch jemand aus einer anderen Werkstatt dabei?

Ja, und zwar der Michael, der mit war, das war von Stefan der Bruder. Der ist auch in einer Behindertenwerkstatt.

Was geschieht so während der Rallye?

Da werden Rallye-Aufgaben erstellt. Da gibt es auch ein Notebook, wo das alles eingetragen wird, wo auch die Rallye-Aufgaben alle drinstehen. Die Aufgaben bekamen wir beim Start.
Wir mussten Sachen fotografieren, bestimmte Objekte manchmal auch fotografieren, die sich in den Ländern befinden. Die erste Aufgabe war, dass wir an einer Moschee in der Türkei an einem bestimmten Tag sein mussten, ansonsten war der Weg egal, wie wir dorthin kommen. Aber es durfte keine Autobahn gefahren werden, das war verboten.


Wie habt ihr übernachtet?

Übernachtet haben wir meist in Hotels, da haben wir uns auch tüchtig gewaschen und Zähne geputzt. Wir haben sehr wenig mal draußen geschlafen. Wir haben fast jede Nacht im Hotel übernachtet und manchmal draußen in unserem Zelt geschlafen.

Wusstet ihr vorher, wo ihr übernachtet, oder habt ihr das jeden Tag spontan entschieden?

Wie sich die Route für den Tag ergeben hat. Zu manchen Plätzen mussten wir ja auch hin. In Istanbul auf dem großen Platz von der Moschee haben wir übernachtet.

Hattet ihr Pannen?

Ja, haben wir auch gehabt. Die erste war mit dem Volvo. Da war was am Auspuff gewesen, das haben wir reparieren lassen. Die zweite war mit dem BMW. Auf dem einen Platz, wo wir übernachtet haben, lagen sehr viele Steine und da ist der aufgesessen und dabei ein Benzinschlauch beschädigt worden, da ist Benzin ausgelaufen. Und die dritte Panne war dann wieder mit dem Volvo, da ist eine Stange gebrochen. Wir mussten ihn verschrotten lassen.
Der BMW hatte auch öfter mal eine Panne, da ist öfter mal der Kühlschlauch abgegangen. Nur der Ford Mondeo hat einwandfrei durchgehalten, da war nichts dran. In der Türkei hatten wir als Drittauto noch einen Mietwagen gehabt. Den haben wir in der Türkei abgegeben und sind dann in Israel nur noch mit zwei Autos weiter gefahren.


Bist du selbst auch mal gefahren?

Ja, 35 Kilometer bin ich durch die Wüste in Jordanien gefahren, dann bin ich die Schnellstraße in Jordanien gefahren und auch bis ins Stadtzentrum von Amman rein bin ich Auto gefahren, insgesamt 300 Kilometer.


Wie ist da so der Verkehr?

Die hupen sehr viel, wenn man nicht gleich fährt [breites Grinsen].

Welche Orte hast du noch so gesehen?

Istanbul, Ankara, Österreich, Ungarn, Israel, …

Wie seid ihr nach Israel gekommen?

Wir sind von der Türkei aus nach Israel rüber geflogen, weil wir nicht durch Syrien durchfahren durften. Und da haben sie unsere Autos von der Türkei aus mit der Fähre nach Haifa rübergefahren und wir wurden geflogen. Wegen dem Krieg in Syrien. Und das Flugzeug hat auch den Luftraum um Syrien umflogen, damit es nicht abgeschossen wird. Denn man weiß ja nie, ob die dort unten auch Raketen haben und Flugzeuge abschießen.

Hast du da Angst gehabt?

Nein. Ich bin ins Flugzeug rein und habe keinerlei Flugangst gehabt.


Gab es mal einen Moment, wo du Angst hattest?

Ja, der eine von uns hat sehr stark überholt immer und wir sind dann schnell über die Landstraße, was ich nie machen würde, wo ich dann auch mal ein bisschen Angst bekommen habe
[breites Grinsen].

Hättest du, Lust, das Ganze nächstes Jahr –

Ja!

Uwe, Danke für das Interview und Hut ab!

Rallye-Teilnehmer am Jordan (© Martin D. Zimmermann).


Immer dieser Kühlschlauch ... (© Martin D. Zimmermann)
In der Altstadt von Jerusalem (© Martin D. Zimmermann).
Die Route des Teams (Quelle: http://www.gps-live-tracking.com/allgaeu-orient-2014/).
In Ordu am Schwarzen Meer (© Martin D. Zimmermann).

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